15.09.2026
Westfleisch setzt in der Lebensmittellogistik auf Loopario

Foto/Grafik: Loopario
Freuen sich auf die nächsten Schritte (v.l.): Robert W. Friemel (Westfleisch), Fabian Bahnsen (Loopario) und Christian Neekamp (Wetralog).
Westfleisch setzt bei der Digitalisierung ihres Ladungsträgermanagements auf die Softwarelösung des Tech-Unternehmens Loopario (vormals Logistikbude). Zum Einsatz kommt die Software bei der Logistikgesellschaft Wetralog, zunächst am Standort Coesfeld. Werden die gesteckten Ziele erreicht, wird das System schrittweise an weiteren Standorten implementiert. Ziel ist ein durchgängiger digitaler Prozess, der manuelle Arbeitsschritte und Medienbrüche reduziert, mehr Transparenz schafft und die Qualität sowie Steuerbarkeit der Prozesse verbessert. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Integrations- und Pilotierungsphase; der Go-live ist für Ende September geplant.
„Moderne Logistik bedeutet für uns mehr als den Transport von A nach B. Wir wollen Waren-, Informations- und Ladungsträgerströme intelligent miteinander verbinden und Wetralog Schritt für Schritt zu einem noch stärker datengetriebenen Logistikunternehmen entwickeln“, so Christian Neekamp, Geschäftsführer von Wetralog. In enger Zusammenarbeit analysierten die Logistikgesellschaft, Westfleisch und Loopario die bestehenden Abläufe und entwickelten ein klares Zielbild für einen durchgängigen digitalen Prozess.
Mehr Transparenz in komplexen Kreisläufen
Mehrweg nimmt in der Fleischwirtschaft eine wichtige Rolle ein: Allein in Deutschland sind rund 85 Millionen E2-Kisten im Einsatz, europaweit schätzt der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) die Zahl auf rund 260 Millionen Behälter. Bei Westfleisch sind neben E1- bis E3-Kisten auch Paletten und zahlreiche weitere Mehrweg-Ladungsträger im Einsatz. Sie werden mit der Ware ausgegeben, bei Kunden oder Logistikpartnern entladen, zurückgeführt, kontrolliert, bei direktem Kontakt zu Ware gereinigt und anschließend erneut eingesetzt.
Bisher wurden Informationen aus Liefer- und Rückführungsprozessen über verschiedene etablierte Systeme und Prozessschritte hinweg erfasst und verarbeitet. Insbesondere bei der Zusammenführung und Weiterverarbeitung dieser Informationen bestand das Potenzial, Abläufe noch stärker zu vereinheitlichen und digital zu unterstützen. Neekamp: „Unser Anspruch ist es, auch etablierte operative Prozesse immer wieder zu hinterfragen und dort zu digitalisieren, wo wir dadurch Transparenz, Prozessqualität und Steuerbarkeit nachhaltig verbessern können.“
Ein gebündeltes System für alle Ladungsträger
Das Load Carrier Management System (LCMS) von Loopario bildet nun eine digitale Grundlage für alle Parteien der Lieferkette: Ladungsträgerbewegungen werden in einem einheitlichen System erfasst, Bestände transparent abgebildet und den jeweiligen Kunden- und Leergutkonten zugeordnet. Damit können sowohl Wetralog als auch Kunden und Logistikpartner mit dem gleichen System und standardisierten Prozessen arbeiten. Über digitale Schnittstellen lässt sich die Software zudem problemlos in die bestehende Systemlandschaft der Warenwirtschaft integrieren.
„Die Zusammenarbeit mit Westfleisch ist für uns ein wichtiger Schritt im Bereich Lebensmittellogistik. Gerade in dieser Branche treffen komplexe Mehrwegkreisläufe auf hohe Anforderungen an Hygiene, Geschwindigkeit und Transparenz – und genau hier kann digitales Ladungsträgermanagement einen entscheidenden Mehrwert schaffen“, sagt Dr. Philipp Hüning, Co-Founder und CEO von Loopario. „Mit Westfleisch und Wetralog haben wir marktrelevante, professionelle Player an unserer Seite, mit denen wir dieses Thema gemeinsam vorantreiben.“
Ladungsträgermanagement als Teil der Digitalisierungsstrategie
Die digitale Verwaltung der Ladungsträger schafft ein modernes und attraktives Arbeitsumfeld, weil manuelle Erfassungen und Abstimmungen wegfallen. So bleibt den Mitarbeitenden mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten. Die einheitliche Datenbasis schafft zudem die Grundlage für eine höhere Prozessqualität und eine vorausschauende, ressourcenschonende Steuerung der Ladungsträgerbestände. Abweichungen und Engpässe sollen sich künftig schneller erkennen und bearbeiten lassen. Das Projekt ist damit ein weiterer Schritt im Rahmen der anhaltenden Digitalisierungsbestrebungen von Wetralog.
Schrittweiser Rollout in der gesamten Gruppe
Der Standort Coesfeld bildet den Auftakt für die Einführung der Lösung. Nach dem Go-live sammeln Wetralog und Westfleisch belastbare Erfahrungen, die in die weiteren Ausbaustufen einfließen. Werden alle gesteckten Ziele erreicht, wird das System schrittweise auf die weiteren Standorte und Gesellschaften der Gruppe übertragen. Robert W. Friemel, Senior Manager Unternehmensentwicklung bei Westfleisch: „Der eigentliche Wert digitaler Lösungen entsteht für uns dort, wo Technologie mit klaren Prozessen und einer belastbaren Datenbasis zusammenspielt. Mit der Lösung von Loopario schaffen wir die Grundlage, unsere Prozesse weiterzuentwickeln und den Ansatz perspektivisch auch auf andere Geschäftsbereiche zu übertragen.“