GEFA: Deutsche Handelsbilanz - Lebensmittel und Agrarprodukte, in Mio. Tonnen
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GEFA: Deutsche Handelsbilanz - Lebensmittel und Agrarprodukte, Mrd. Euro
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GEFA: EU-Nachbarn kompensieren die Verluste nicht
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GEFA: Top 10 Exportnationen
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GEFA: Top 10 Importnationen
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GEFA: Deutsche Exporte Top Branchen
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German Meat
Die German Export Association for Food and Agriproducts GEFA e.V. (GEFA) prognostiziert für 2025 zwar einen neuen Höchstwert im Außenhandel der Agrar- und Ernährungswirtschaft, warnt jedoch vor deutlich sinkenden Exportmengen und einem stark wachsenden Handelsbilanzdefizit. Trotz steigender Import- und Exportwerte verschärft sich damit der langjährige Negativtrend, was aus Sicht der Branche dringend politische Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erfordert.
Nach den vorläufigen Zahlen zum Agrarexport des Jahres 2025 und ihrer ersten Hochrechnung für das Jahr 2025 erwartet die GEFA einen neuen Höchstwert beim Außenhandel mit Produkten der Agrar- und Ernährungswirtschaft von 105,2 Mrd. Euro. Das entspricht einem wertmäßigen Zuwachs der Ausfuhren von 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Aus Sicht der GEFA sei das Plus jedoch im Wesentlichen durch kostenbedingte Preissteigerungen bei Lebensmitteln zu erklären. Dies zeige sich auch sehr deutlich an den drastisch gesunkenen mengenmäßigen Ausfuhren. 2025 weist im Jahresvergleich zu 2024 ein prognostiziertes Minus in Höhe von 4,7% und im Fünf-Jahres-Zeitraum ein Minus von 8,9% auf.
Die Ausfuhrmengen in die EU und in Drittländer sind jedoch gleichzeitig erheblich gesunken, während gleichzeitig das Handelsbilanzdefizit in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 mit einem Plus von 38,2% auf 25,4 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen ist. Den deutschen Einfuhren zum Oktober 2025 in Höhe von 112,9 Mrd. Euro (+12,0 %) standen deutsche Ausfuhren von nur 87,5 Mrd. Euro (+6,1 %) gegenüber. Der langjährige Negativ-Trend setze sich damit verstärkt fort.
Die mengenmäßige Handelsbilanz sei schon seit vielen Jahren stark negativ. „Beunruhigend ist dabei, dass sich dieser Negativtrend unvermindert fortsetzt. Im Jahr 2024 ist das Bilanzdefizit Tendenz, in den ersten zehn Monaten 2025 setzt sich dieser Negativtrend leider verstärkt fort“, so Jan-Bernd Stärk, Sprecher der GEFA, Exportleiter bei Westfleisch und gleichzeitig auch Vorsitzender der German Meat GmbH. Zu Ende Oktober habe die deutsche Wirtschaft bei einem Minus von 14,8 Mio. Tonnen fast schon den Vorjahresnegativrekord erreicht, so Stärk. „Wir brauchen mehr Wettbewerbsfähigkeit, um die Produktion und damit die Versorgungssicherheit in Deutschland zu erhalten und um auch im Export weiter erfolgreich sein zu können. „Hier muss die Politik in diesem Jahr die richtigen Weichen stellen“, so Stärk.
Mit 1,528710 t verzeichne die Ausfuhrmenge von Schweinefleisch in den ersten zehn Monaten 2025 gegenüber dem Vorjahr (1,517890 t) ein leichtes Plus von 0,71 %. Sowohl bei Rindfleisch (- 6,2 %) als auch bei Geflügel und Pute (- 3,43 %) seien die Ausfuhrmengen jedoch rückläufig.
Die Branche könne zwar voraussichtlich im Jahr 2025 ihren Platz als viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten der Welt behaupten. Gleichzeitig werde erwartet, dass sie hinter den USA und vor China wieder zum zweitgrößten Importeur der Welt aufsteigt.
Ausfuhrmenge in EU-Märkte und Drittländer rückläufig
Anders als im gesamtwirtschaftlichen Kontext konnten die deutschen Ausfuhren der Branche in die EU die teilweise sehr deutlichen Rückgänge in wichtigen Exportzielmärkten nicht ausgleichen. So weisen die mengenmäßigen Agrarexporte in die EU zum Oktober des Vorjahres ein Minus von 2,1% auf, während die gesamten Ausfuhren um 4,4 % gesunken sind. Von starken Rückgängen betroffen sind z.B. die Ausfuhren über die Seehäfen der Niederlande (-8,5%), nach China (-10,2%), in das Vereinigte Königreich (-21,9%) und in die USA (-28,7%).
GEFA unterstützt die fünf Handlungsfelder der BMLEH-Agrarexportstrategie
Von den GEFA-Mitgliedern begrüßt werden die vom Bundesminister benannten fünf Handlungsfelder. Neben der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche sind das die Neuaufstellung der Strukturen und Instrumente der Exportförderung, die verstärkte Sichtbarmachung von „Made in Germany“, die Schaffung offener Märkte und Rahmenbedingungen sowie die Zielmarktanalysen der Branchen als Grundlagen der Exportförderaktivitäten.
„Das weiter steigende Handelsbilanzdefizit macht uns erheblich Sorgen. Wir brauchen entschlossene Schritte der Exportunterstützung unserer Exporteure. Marktöffnung und die Rücknahme ungerechtfertigter Handelsbeschränkungen müssen dabei im Fokus stehen“, so Paul Berghuis, stellvertretender Sprecher der GEFA, mit Blick auf die kürzlich von China erlassenen Strafzölle für Fleischerzeugnisse und Molkereiprodukte. „Deswegen begrüßen wir auch die Ankündigung des Bundesministers, im Frühjahr nach China reisen zu wollen“, so Berghuis weiter.