Selchwagen-Waschanlage mit 2 Zonentrennung Rein- / Unreinbereich) durch 2-Türen Prinzip.
Foto/Grafik: Mohn GmbH
Selchwagen-Waschanlage: Detail Waschraum mit Crossflow-Düsenrohrsystemen – Steuerung über eine Siemens S7-1200 mit HMI-Display.
Foto/Grafik: Mohn GmbH
Selchwagen-Waschanlage: Wrasenabsaugung trägt dazu bei, die Feuchte- und Kondensatbelastung im Raum zu reduzieren.
Im Frühjahr 2024 hat die Mohn GmbH aus dem sauerländischen Meinerzhagen für das fleischverarbeitende Unternehmen Hochreiter Fleischwaren GmbH in Bad Leonfelden (Österreich) eine Kabinen-Waschanlage vom Typ KWA-UDT umgesetzt – von der Auslegung über die Lieferung und Montage bis zur Inbetriebnahme am Standort.
Im Mittelpunkt standen dabei zwei Anforderungen, die in vielen Betrieben den Takt vorgeben: die zuverlässige Reinigung stark verschmutzter Rauchwagen und die Einbindung in die hygienisch anspruchsvollen Rahmenbedingungen.
Sprühschatten im Griff
Gerade dort, wo sich Eiweißreste und Fleischanhaftungen an Gittern und Rauchspießen festsetzen, entscheidet die Reinigungsqualität über Nacharbeit, Laufwege und letztlich über die Stabilität im Schichtbetrieb. Die installierte Anlage ist dafür ausgelegt, Sprühschatten zu reduzieren und alle relevanten Bereiche der Rauchwagen gleichmäßig zu erfassen.
Herzstück der Lösung ist eine rotierende Waschplattform in Kombination mit einer gegenläufig rotierenden Crossflow-Spritzung. Dadurch sollen Sprühschatten reduziert und auch schwer zugängliche Bereiche zuverlässig benetzt werden. Die wasserdurchströmten Düsenrohre werden über Antriebe auf dem Maschinendach in Rotation versetzt. In der Anlage selbst sind laut Spezifikation keine beweglichen Teile oder Schlauchverbindungen vorgesehen – ein Konstruktionsansatz, der Wartungsfreundlichkeit und Betriebssicherheit im Produktionsalltag unterstützen soll. Der Waschprozess endet mit einer Frischwasserklarspülung.
Wie Peripherie die Rauchwagenwäsche stabilisiert
Die Kabinenwaschanlage für Selchwagen ist nahezu vollständig aus Edelstahl rostfrei 1.4301 gefertigt. Das Maschinengehäuse ist doppelwandig, schall- und wärmegedämmt, einteilig ausgeführt und komplett verschweißt. Für die Umwälzung arbeiten zwei Edelstahlkreiselpumpen (Fabrikat EDUR), jeweils 7,5 kW, mit 1000 l/min bei 5 bar. Die Waschtankfüllung beträgt ca. 900 Liter (einmalig zum Schichtbeginn); pro Charge sind 10 bis 30 Liter Frischwasser vorgesehen (einstellbar). Als Richtwert wird eine Stundenleistung von rund 20 Rauchwagen (Selchwagen) genannt – abhängig vom Verschmutzungsgrad.
Für den Betrieb am Standort wurde die Anlage zudem so ausgestattet, dass sie sich in ein hygienisch anspruchsvolles Umfeld möglichst reibungslos einfügt und der Waschprozess stabil geführt werden kann. Dazu gehört ein Rittal HD Schaltschrank aus Edelstahl 1.4301 in Hygienic-Design-Ausführung mit Schutzart IP69. Gerade in Bereichen, in denen regelmäßig mit Wasser und Reinigungschemie gearbeitet wird, ist eine solche Ausführung praxisnah: Die Installation ist auf eine hohe Reinigungsbelastung ausgelegt, und Edelstahl-Kabelverschraubungen passen zum Materialkonzept in der Fleischverarbeitung, wo glatte, beständige Oberflächen im Alltag eine zentrale Rolle spielen.
Ebenfalls integriert wurde eine Wrasenabsaugung aus Edelstahl 1.4301, die den beim Waschprozess entstehenden Wrasen gezielt aus dem Anlagenumfeld abführt. Über Absaughauben an beiden Enden und zwei Edelstahlradialventilatoren (Karl Klein) erfolgt die Absaugung zeitgesteuert über das Waschprogramm (1500 m³/h bei 500 Pa; Anschluss DN250 für bauseitige Verrohrung). Das trägt dazu bei, die Feuchte- und Kondensatbelastung im Raum zu reduzieren und die Bedingungen rund um die Anlage – etwa beim Be- und Entladen – beherrschbar zu halten.
Für die thermische Prozessführung ist die Anlage mit einer indirekten Tankheizung über Dampf im Wärmetauscherprinzip ausgeführt. Der Nutzen liegt hier vor allem in der verlässlichen Bereitstellung von Prozesswärme und einem stabilen Temperaturhaushalt im Tank – Voraussetzungen, um Waschbedingungen reproduzierbar zu halten.
Gesteuert wird die Anlage über eine Siemens S7-1200 mit HMI-Display. Damit lassen sich Programme, Zustände und Einstellungen direkt an der Maschine nachvollziehen und bedienen, was insbesondere bei der Parametrierung von Abläufen und bei Service- oder Fehlersituationen die Transparenz im Betrieb erhöht. Ergänzend wurde eine Spülmittelpumpe (0,2 bar, 10 l/h, 230 V AC) mit Leitwertmessung integriert. Durch die messwertgestützte Dosierung kann die Zugabe von Chemie kontrolliert geführt werden, was die Konstanz im Prozess unterstützt und Einstellungen im Betrieb nachvollziehbarer macht.
Mit der Umsetzung im Frühjahr 2024 wurde Mohn zufolge im Rahmen der Erweiterung des Firmengebäudes am Standort Bad Leonfelden der Hochreiter Fleischwaren GmbH eine Reinigungslösung installiert, die auf das typische Belastungsprofil in der Fleischverarbeitung zugeschnitten ist: stark verschmutzte Selchwagen, anspruchsvolle Hygienebedingungen und der Wunsch nach einem Ablauf, der sich verlässlich in den Schichtbetrieb integrieren lässt – ohne zusätzliche manuelle Nacharbeit an kritischen Stellen.