30.04.2026

Josef Maier: Standort Bad Wörishofen bleibt erhalten

Die Zukunft des Wildfleisch-Spezialisten Josef Maier scheint gesichert: Die österreichische Hochländer-Gruppe übernimmt die Immobilie und das große Tiefkühllager am Standort Bad Wörishofen und ermöglicht dem Unternehmen damit einen Neustart unter stabilen wirtschaftlichen Vorzeichen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Rahmen des am 1. April 2026 am Amtsgericht Memmingen eröffneten Insolvenzverfahrens sei es den Insolvenzverwaltern Alexander Hubl und Matthias Räupke, beide von SGP Schneider Geiwitz & Partner, gelungen, eine umfassende Fortführungslösung zu präsentieren. „Es ist uns nach intensiven Verhandlungen gelungen, eine Lösung zu finden, die den Fortbestand des Unternehmens am Standort Bad Wörishofen sichert und die wertvolle Marke Josef Maier als Qualitätsversprechen im Markt erhält“, so Insolvenzverwalter Hubl.

Traditionsunternehmen mit tiefen regionalen Wurzeln



Die Josef Maier GmbH & Co. KG blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück, die 1973 mit der Gründung durch Metzgermeister Josef Maier begann. Was als kleiner Betrieb seinen Anfang nahm, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem technologisch führenden Unternehmen. In Bad Wörishofen schlägt seit der Gründung das Herz des Betriebs: Der Standort in der Leonhard-Oberhäußer-Straße umfasst unter anderem ein hochmodernes Tiefkühllager mit über 7.500 Stellplätzen sowie die gesamte Logistikinfrastruktur. Maier belieferte namhafte Supermarktketten wie Rewe und Edeka sowie die gehobene Gastronomie.

Mit der Übernahme durch die Hochländer-Gruppe findet eine bedeutende Marktkonsolidierung statt. Die Mehrheitseigentümerfamilie der Hochländer-Gruppe beschäftigt sich bereits seit 1950 gewerblich mit dem Thema Wild und hat sich in den letzten Jahrzehnten im zweiten Glied des europäischen Wildhandels einen Namen gemacht. Durch den Zusammenschluss mit dem Branchenprimus Maier entsteht nun eine neue Größe in diesem speziellen Marktsektor in Europa. Diese strategische Allianz bündelt enorme Kompetenzen in der Beschaffung, Veredelung und im Vertrieb von Spezialitäten wie Reh, Hirsch und Wildschwein. „Durch diese Sanierung, die auch eine Lösung für die osteuropäischen Tochtergesellschaften der Maier-Gruppe umfasst und damit die weitere Frischfleischbelieferung ermöglicht, entsteht ein Akteur, der die Herausforderungen des europäischen Wildfleischmarktes aus einer Position der Stärke heraus gestalten kann und Synergien schafft, die den Standort Bad Wörishofen langfristig wettbewerbsfähig machen“, betont Matthias Räupke von SGP Schneider Geiwitz & Partner.

Fortführung des Betriebs und Sicherung der Arbeitsplätze



Trotz der wirtschaftlichen Schieflage Ende 2025, die durch Liquiditätsengpässe und Konsumzurückhaltung ausgelöst wurde, konnte nach der unvermeidbaren Stilllegung des Zerlegebetriebes am Standort Landsberg am Lech jedenfalls der Betrieb am Logistikstandort dank der Sanierungsbemühungen ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Der Fokus liegt nun darauf, die bewährten Strukturen von Wildfleisch Maier in die neue Eigentümerstruktur zu integrieren und die Marktbedeutung weiter auszubauen. Die Marke Josef Maier wird dabei als Premium-Marke weitergeführt. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Investorenprozesses sei der entscheidende Schritt getan, um den traditionsreichen Fachbetrieb dauerhaft in der Region zu halten.
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