26.05.2026
Südpack: „Keine Angst vor 7C-Flexodruck!“

Foto/Grafik: Südpack
Südpack hat sich im Rahmen seiner Entwicklungsarbeit für eine nachhaltigere Drucktechnologie auf 7C fokussiert und will damit den Verpackungsdruck auf ein neues Level heben.
Die Umstellung auf einen standardisierten Prozess mit sieben Farben im Flexodruck ist ein konsequenter Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Der Folienhersteller Südpack hat sich bewusst im Rahmen seiner Entwicklungsarbeit für eine nachhaltigere Drucktechnologie auf 7C fokussiert.
Aber auch wenn 7C erklärungsbedürftig ist, ein tieferes Verständnis für das Druckverfahren erfordert und auch kundenseitig gewohnte Prozessstrukturen verändert – 7C bringt nachweislich viele Vorteile. Zu diesen zählen neben einer brillanten Farbumsetzung, maximaler Farbkonstanz, höherer Effizienz und stabilen Abläufen vor allem weniger Farb- und Folienabfall, weniger Lösemittel, weniger Energie, weniger Stillstand und weniger Druckanpassungen.
7C-Flexodruck bedeutet im ersten Schritt eine Farbraumerweiterung von der gewohnten 4C-Farbpalette CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz) auf zusätzlich OGV (Orange, Green, Violett), und zugleich auch weitgehend die Abkehr von Pantone- und Effektfarben. Mehr als 85 % dieser Farben lassen sich automatisch in den erweiterten Farbraum umsetzen, die Farbgenauigkeit wird dabei durch verbindliche Referenzen und Proofs mit exakter Pantone-Simulation sichergestellt. 7C-Flexodruck im industriellen Maßstab bedeutet aber auch: konsequente Prozessdisziplin und strikte Einhaltung von definierten Workflows mit fest etablierten Parametern zur Sicherung einer stabilen, effizienten, reproduzierbaren Produktion.
Was so einfach klingt, ist in der Realität allerdings ein echter Paradigmenwechsel in der Prozesslogik. Südpack hat diesen Paradigmenwechsel nach eigenen Angaben mit der Einführung von SPQ, was für „Sustainable Print Quality“ steht, im Jahr 2019 erfolgreich gestartet – und die vielfältigen Vorzüge des Verfahrens seitdem in zahlreichen Kundenprojekten unter Beweis gestellt.
SPQ – Nachhaltigkeit mit Disziplin und mit System
Bei SPQ werden in der Druckvorstufe alle Designs über eine standardisierte und auf nur sieben Farben beschränkte Farbpalette abgebildet. Das konsequente Farbmanagement wie auch die Implementierung einer durchgängigen Prozessstabilität ist dabei eine unabdingbare Basis für die Optimierung von Effizienz, Nachhaltigkeit und Qualität. Beides stellte die größte Herausforderung und am Ende auch die größte Leistung des Entwicklungsprojektes dar. Bereits hier erkennt man, dass 7C nicht an der Druckmaschine passiert, sondern im vorgelagerten Prozess.
In puncto Nachhaltigkeit soll die innovative Drucktechnologie von Südpack im Flexodruck neue Maßstäbe setzen. Im Wesentlichen reduziert die Beschränkung auf die 7C-Skala den Aufwand für Maschinenumrüstungen und den Verbrauch an Farb- und Lösemitteln signifikant. Ebenso wie die geringeren Folienabfälle wirken sich diese direkt auf die CO2-Bilanz der bedruckten Verpackungsfolien aus. Immerhin kann einer zertifizierten LCA zufolge mit SPQ insgesamt bis zu 18 % CO2 im Vergleich zu Flexodruck eingespart werden. Die standardisierten Prozesse wiederum resultieren in schnelleren Einstellungen, stabileren Wiederholaufträgen, geringeren Toleranzen. Kurzum: Der eigentliche Nachhaltigkeitshebel liegt nicht im zusätzlichen Farbsatz, sondern in der Reduktion von Variabilität.
7C in der Praxis: stabile Qualität, kreative Freiheit, nachhaltige Entscheidung
Fakt ist, dass die hohen Standards in Qualität und Konstanz im Vergleich zum herkömmlichen Flexodruck sogar übertroffen werden können, so Südpack. Die Druckqualität bleibt dabei auch über Auflagen, Werke und Länder hinweg stabil. Zudem können fast alle bisherigen Druckbilder von Standard- auf 7C-Flexodruck umgesetzt werden. Kunden und auch Agenturen, die die Druckgrafiken erstellen, müssen hierfür nur wie bislang gewohnt die erforderlichen Daten zur Verfügung stellen. „Alles Weitere erledigen wir“, unterstreicht Achim Herter, Senior Director Competence Center Converting bei Südpack. Einzig „bei einem Relaunch oder der Anlage eines neuen Druckmotivs ist es durchaus sinnvoll, uns von Anfang an einzubinden, um die besten Resultate erzielen, unnötige Korrekturläufe vermeiden und nicht zuletzt auch die Time-to-Market verkürzen zu können.“
Weitere Vorteile für Kunden: Sie müssen zur Druckabnahme nicht vor Ort sein, Variantenserien und Kleinauflagen sind dank 7C-Fokussierung flexibler und deutlich nachhaltiger als beim Flexodruck realisierbar. Und auch in puncto Kreativität und gestalterischer Freiheit sind kaum Grenzen gesetzt: Das Spektrum von SPQ reicht von klaren, reduzierten oder flächigen Druckbildern bis zu CI-kritischen Designs und farbintensiven, komplexen Layouts.
Doch trotz der belegbaren Vorteile und obwohl der Druck zur Veränderung angesichts der verschärften Rahmenbedingungen in Bezug auf Nachhaltigkeit momentan hoch ist, zögern viele Unternehmen noch immer. „Das Interesse am 7C-Druck ist immens, aber im Spannungsfeld zwischen Designanspruch, Produktionsrealität und Nachhaltigkeitsdruck fällt ein Umstieg nicht leicht. Auch wenn der erste Schritt ein Schritt aus der Komfortzone ist – der Switch auf 7C lohnt sich auf jeden Fall“, ermuntert Achim Herter.