Franziska Elmerhaus aus der Stabsstelle Landwirtschaft bei Tönnies.
Foto/Grafik: Tönnies Lebensmittel
Dr. Wilhelm Jaeger aus der Stabsstelle Landwirtschaft bei Tönnies.
Erfolgreicher Start für die Erweiterung der Ringelschwanzprämie von Tönnies Lebensmittel. Zum 1. Februar hat das Familienunternehmen aus Rheda-Wiedenbrück die Prämie für Schweine der Haltungsform 2 ausgeweitet.
Und die Nachfrage in der Landwirtschaft ist hoch. Dies wertet das Unternehmen als deutliches Zeichen, dass die Ausweitung dieser Sonderzahlung der richtige Impuls zur richtigen Zeit war.
Im Oktober 2025 hatte Tönnies angekündigt, seine Ringelschwanzprämie, die bisher für die Haltungsform 3 galt, ab Februar 2026 auch auf die nächsthöhere Stufe 2 auszuweiten. „Wir haben seit der Veröffentlichung eine hohe Nachfrage seitens der Landwirte erfahren. Das Interesse ist groß. Mit unseren Lieferanten haben wir das exakte Vorgehen besprochen und alles für den Start vorbereitet“, erläutert Dr. Wilhelm Jaeger, der die Umsetzung als Leiter der Stabsstelle Landwirtschaft bei Tönnies vorangetrieben hat.
Für jeden intakten Ringelschwanz bei Tieren der Haltungsform 2 erhält der Landwirt seit dieser Woche einen Bonus von 10 Euro. Die Ringelschwanzprämie ist ein finanzieller Anreiz, um sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen. „Die positiven Rückmeldungen seitens der Landwirte zeigen uns, dass es die richtige Entscheidung ist, weiter in Tierwohl zu investieren. Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden und die Landwirtschaft auf dem Weg zu noch mehr Tierwohl unterstützen“, betont Dr. Wilhelm Jaeger.
Für die Auswertung nutzt das Familienunternehmen unter anderem ein eigens entwickeltes, KI-gestütztes Erfassungs- und Abrechnungsmodul, das an den verschiedenen Standorten bei der Zuordnung und Bewertung hilft. Wichtig dabei: Um sicherzustellen, dass alle Tiere ordnungsgemäß erfasst und die Prämie entsprechend ausgezahlt werden kann, ist eine Voranmeldung der Tiere mit Ringelschwänzen zwingend notwendig. „Die vorherige Anmeldung klappt bislang bis auf wenige Ausnahmen auch sehr gut. Das Projekt ist für beide Seiten ein Lernprozess, der bislang aber gut angelaufen ist“, betont Wilhelm Jaeger.
Parallel zur Ringelschwanzprämie hatte Tönnies Lebensmittel zudem ein Bonus/Malus-System eingeführt. Landwirte, die Tiere mit entsprechend hohem Gesundheitsstatus anliefern, erhalten einen zusätzlichen Aufschlag von rund 50 Cent pro Tier (0,5 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht). Bei gleich mehreren krankheitsbedingten Befunden bei den Tieren gibt es einen Malus. Mit dem System soll gutes Management der Landwirte in den Ställen im Hinblick auf die Tiergesundheit honoriert werden. „Wir können festhalten, dass sich dieses System bereits etabliert hat“, unterstreicht Wilhelm Jaeger. Er ist überzeugt, dass damit auch eine Lenkungswirkung zum Tragen kommt und die Gesundheit eines jeden einzelnen Tieres noch mehr in den Fokus rückt.